Alle Artikel mit dem Tag 'pop, musik'


Eine Pop-Analyse

hingekritzelt am Montag, dem 08. Oktober 2007 um 12:04 Uhr

HomeTracked hat mal eine interessante Analyse gemacht, und zwar in Bezug auf Dynamik und Arrangement; und zwar von verschieden Songs der Gruppe Link Park.Dabei ist folgendes herausgekommen:

  1. Quiet intro: Each song has a relatively quiet two-measure intro.
  2. The instrumental kicker: The full band come in together on the down-beat, and play two or four high energy measures, usually instrumental.
  3. Quiet verse: The song eases off for a verse or two, heightening the dynamic contrast between the song’s sections.
  4. Heavy chorus: Usually the same chords established in the kicker, with Chester screaming over top for added emotion.

Das ganze wird aber noch viel ansehnlicher auf der Seite per Grafik und Dynamik-Level dargestellt.

Linkin Park Song
© HomeTracked

Nun liegt es sicher nicht an mir zu sagen, “war doch klar, ist doch eh alles der selbe Shit.” Ich denke so gut wie jeder Musiker hat sich insgeheim ein Schema für seine Songs ausgearbeitet, dass er immer wieder, vielleicht unterbewusst, in verschiedensten Variationen, in einige seiner Songs einarbeitet. Und vielleicht ist es auch genau das, was sogenannte “Fans” hervorruft: unterbewusst weiß und fühlt man, dass die nächste Platte zwar anders, aber immer noch auf den selben Schemen und Themen aufgebaut sein wird.

Doch das Linkin Park-Beispiel zeigt auf drastische Weise, dass man hier nicht nur von “ähnlichen Schemata”, sondern vielleicht eher von “fast schon identischen Songs” zu sprechen. Wichtig dabei ist natürlich beide Seiten der Medaille zu sehen. Zum einen sieht das ganze natürlich erschreckend aus, ein Lied scheint dem anderen zu gleichen. Gleichzeitig weist der Autor aber auch darauf hin, dass dies im Sinne der Arbeit der Produzenten als ‘erfolgreich’ markiert werden könnte.

On one hand, the band and their producers deserve kudos for finding and exploiting a successful formula. They’re in the entertainment business, after all, and appealing to fans is any entertainer’s number one job.

[via Last.fm]

Cigarettes and Chocolate Milk

hingekritzelt am Sonntag, dem 01. Juli 2007 um 19:41 Uhr

Ich erwisch mich in letzter Zeit immer öfters dabei, eine Tasse Kakao, bei einer Zigarette, zu trinken. Das rührt wohl daher, dass ich zur Kippe gerne was dazu hab. Sei’s Konsens, wie das Premiumfrühstück ‘Käffsche-Kibbsche’ (ugs. KK), kontrastreich wie Apfel (Marke Granny Nanny o.ä.) plus Zigarette, oder eben - abends bis spät abends geht KK nicht mehr so optimal - fordernd mit der Schokolade.

In diesem Sinne:

(YouTube Direktrufus)

Rufus Wainwright: Release The Stars

hingekritzelt am Freitag, dem 01. Juni 2007 um 01:09 Uhr


Ich bringe es jetzt einfach einmal auf den Punkt: Rufus Wainwright ist unterbewertet. Gewesen. Von mir. Sein neues Album, Release The Stars, hat es sehr schnell geschafft, meine Aufmerksamkeit auf das bei mir wild, verstaubt und versteckt rumlungernde Poses-Album zu lenken, und mich genauso schnell dazu bewegt, mir seine restlichen Alben zu besorgen. Aus Faszination, aus Drang sein gesamtes Schaffen kennenzulernen.

Ich habe erstaunlicherweise nicht, wie sonst, lange gebraucht um in dieses Album einzudringen, nein, es in mich eindringen zu lassen. Es macht es einem aber auch einfach. Einen nicht geringen Anteil daran hat sicherlich seine Stimme, seine Intonation, sein Vermögen Noten lange zu halten, aber nie zu übersteuern oder unnötig zu binden, sein Können auch die schwierigsten Töne zu treffen.

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Playlist der Woche III

hingekritzelt am Sonntag, dem 10. Dezember 2006 um 02:54 Uhr

“There was a Little Alley in San Francisco Back of the Southern Pacific Station at Third and Townsend in Redbrick of drowsy lazy afternoons…”

  • Aimee Mann - Momentum [Magnolia O.S.T., 2000]
    Den meisten wohl bekannt durch ihren Weitschläger “Save Me”, schafft Ms. Mann es mit Momentum gleichzeitig melancholischen wie tanzbar glücklichen Song zu erschaffen. Das Interlude-Solo klingt übrigens, so finde ich, ein wenig viel nach Queen in guten Zeiten.

Oh, for the sake of momentum,
I’ve allowed my fears to get larger than life
And it’s brought me to my current agendum
Whereupon I deny fulfillment has yet to arrive

  • Frank Black - If Your Poison Gets You [Fast Man/Raider Man, 2006]
    Frank Black a.k.a. Black Francis aka. Charles Michael Kittridge Thompson IV a.k.a. Lead-Sänger der Pixies beweist als Solokünstler immer wieder die 180°-Wende von den Pixies, und hier beweist er sich einmal mehr als der König der 1-6-4-5-Akordfolgen, die bei ihm aber alles andere als deplatziert klingen. Dieses Lied selber könnte man sogar einem eventuellen neuen Album Jack Johnsons zuordnen, wüsste es man nicht ernsthaft besser.
  • Red House Painters - All Mixed Up [Songs for a Blue Guitar; 1996]
    Ha! Ich hab’s endlich mal geschafft etwas über Mark Kozelek zu schreiben. Spärlich, sehr, aber ein Anfang.
  • Azure Ray - Rest Your Eyes [Burn And Shiver, 2002]
    Homer? Odyssee? Sirenengesang? Ja. Oder auch: das göttliche, längst vergessene Pferde-Musik-Flash. Kommt mir beides in den Sinn.
  • Giora Feidman - Vehaeir Eineinu [Viva el Klezmer, 1991]
  • Jazzattack - Pornospecht [Hausgemacht, 2004]
    Dieser Eintrag ist halb Werbung für Jazzattack, halb Liebeserklärung an wirklich fabelhaft tollen Jazz. Pornospecht bringt wieder einmal diese halbe Sekunde Ekstase, im Saxophon-Solo, wo es nach einem dreifach g#-a-h schnell auf’s e hoch, und gleich aber wieder auf’s c# zurückfällt. Ja, ehrlich, Gänsehaut.
    Im Übrigen findet sich Jazzattack im nächsten wieder zu Konzerten ein. Also, Obacht sei geboten!
  • Midlake - Head Home [The Trials of Van Occupanther, 2006]
    Es ist immernoch, wie damals beschrieben, hinreißend was Midlake auf dieser Platte abgeliefert haben. Und Head Home ist einer dieser Songs, der einen nicht mehr loslässt, einmal gehört.
  • Ell Fitzgerald - Blues Skies
    Ich hatte dieses altbekannte Stück der Jazz-/Swing-Geschichte, im Original von Irving Berlin, schon länger nicht mehr gehört. Doch neulich sah ich mir “Star Trek: Nemesis” an. In einer der Anfangsszenen singt (der Android) Data es auf solch eine Weise, die selbst Dean Martin und Konsorten in den Schatten stellen würde. In dieser Version jedoch beweist die ehrwürdige Lady Ella einmal mehr, welch enormes Volumen sie hat, und dass ihre Variationsfähigkeit Blasinstrumenten gleichkommt.

Mercedes-Dance

hingekritzelt am Freitag, dem 01. Dezember 2006 um 17:00 Uhr

Zugegeben, der Titel ist geklaut. Bei Jan Delay. Da’s ja aber auch um ihn hier geht, ist die Tragik wohl eher gering einzuschätzen. Ich habe nur wenig Erfahrung mit Mr. Delay bzw. den Beginnern gesammelt, ist nämlich eher nicht so meine Schiene. Deswegen keine Vergleiche mit früher, deshalb keine Vergleiche mit anderen Bands, deshalb kurz und knapp.

Jan Delay’s neuestes Solo-Album, Mercedes-Dance, ist gut geworden, ein schönes Funkalbum, und dieser nasalen, penetranten Stimme kann man sich eh nicht entziehen. Und wenn’s dann auch noch einen Extra-Bonus-Hidden-Special-Super-Extra-Track mit Udo ‘Mr. Sunglasses’ Lindenberg gibt, kann man gar nichts mehr aussetzen. Besonders sticht aber der geile Track “Klar” heraus.

Kurze Rezension des Konzertjahres Zweitausendundsechs

hingekritzelt am Freitag, dem 03. November 2006 um 01:02 Uhr

Ich nehme das Konzert gestern Abend als Anlass mal ein bisschen Revue passieren zu lassen.

Under Byen

Under Byen spielten im Silverwings, auf Basis der MySpaceLive-Konzertreihe. Nun ein paar Dinge zuerst: erstens, ich mag MySpace nicht. So gar nicht. Ich finds hässlich, und es gibt auch bessere, ästhetischere Wege seine Musik vorzustellen. Nun muss man sich aber manchmal eben verschiedenen Drücken ergeben, gerade wenn man die Hälfte des normalen Ticketpreises sparen kann sobald man ein MySpace-Profil hat usw. Zweitens, obgleich die Vorband, die lustige und talentierte Jomi Massage samt Anhang gar nicht mal so schlecht war, passte sie doch nicht ganz in mein verklärtes Weltbild einer passenden Vorband für Under Byen. Das sind einfach nochmal zwei verschiedene Paar Schuhe. Drittens, das Silverwings ist ein ehemaliger Offiziersclub auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof, in dem generell Rock-, Indie- und Punk-Konzerte zu sehen sind. Und es passte einfach ziemlich gut, für beide Bands; nicht zu groß, nicht zu klein, mann hatte Platz zum Tanzen (was an diesem Abend so gut wie nicht nötig war, sei bemerkt), musste aber nicht 100m zur Toilette und/oder Bar laufen, ich schätze auf 75-85 lauschende Menschen.

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Die Ur-Ur-Enkelin…

hingekritzelt am Donnerstag, dem 28. September 2006 um 18:37 Uhr

…von Leo Tolstoi heißt Viktoria. Tolstoy. Nun ist das allein nicht soooo’n dolles Ding. Wenn Frau Tolstoy dann aber gut, ziemlich sehr gut, singen kann, gar nicht mal, aber hallo, so schlecht aussieht, und auch noch die Wende von der dunklen Seite (Lollipop-Pop) zu einer eher passenden Form, dem Vocal Jazz, geschafft hat, ist mir das ein Post wert.

Die Frau singt einfach wahnsinnig gut (war u.a. beim diesjährigen JazzBaltica zu hören und sehen), und hat mit u.a. Esbjörn Svensson auch einen mehr als annehmbaren Songwriter hinter sich, was auf der ‘Shining on You‘-Platte zu hören ist.

Reinhören. Freuen.