Alle Artikel mit dem Tag 'politik, gewalt'


Kettenreaktion

hingekritzelt am Freitag, dem 20. April 2007 um 01:20 Uhr

  1. Ein Amerikaner Nicht-Amerikaner* schießt, ca. 30 Sterben.
  2. Europäer** finden die Schuld bei den lockeren Waffengesetzen.
  3. Amerikaner finden das gar nicht cool, dass die Europäer nicht mittrauern, sondern stattdessen Beschuldigungen loslassen. Die Europäer** sind ja aber nunmal auch allesamt linke, liberale Nazi-Kommunistenschweine.
  4. Europäer** finden das gar nicht cool, dass die Amerikaner das gar nicht cool finden.

Hört sich eigentlich nach ner netten Seifenoper an. Als 4a. darf ich anmerken, dass da dann doch ein paar bemerkenswerte Sätze bei herauskamen, von einem empörten Europäer**:

“Die wütenden Antworten der amerikanischen Leser auf die europäischen Pressestimmen zeigen deutlich das Ausmaß des US-amerikanischen Realitätsverlustes”, schreibt Thorsten Schnittke. “Das Recht auf Selbstverteidigung, der Wert eines jeden Individuums, das es zu schützen gilt, scheinen in den Vordergrund gestellt zu sein und überlagern die eigentliche Problematik: Der Mensch ist zwar ein vernunftbegabtes Wesen, nur ist diese Vernunft bei dem einen mehr und bei dem anderen weniger ausgeprägt. Ich möchte nicht den Menschen ein Recht zusichern, welches in so hohem Maße auf die Vernunft des Einzelnen setzt. Sicher trägt das Waffengesetz zur Sicherheit bei - und wenn es auch nur die gefühlte Sicherheit ist. Aber die Frage, ob der Mensch von seiner Vernunft her dazu befähigt ist, eine Schusswaffe zu besitzen, sie im Raum womöglich in der Nähe seiner Kinder aufzubewahren und die Waffe einen Teil des Familienlebens werden zu lassen, bleibt weitgehend unausgesprochen.

Gut, stimm ich zu. Ich würde lieber jedem einzelnen Menschen seine Vernunft anzweifeln, als sie jedem per se zuzuschreiben.

Weitermachen.


*Gefundenes Fressen
**Mit “Europäer” verallgemeinere ich hier, ich meine jene Deutschen, die sich zu Leserbriefen an Spiegel Online bequemten. Macht die Sache einfacher. Und hübscher.

Border Film Project

hingekritzelt am Sonntag, dem 29. Oktober 2006 um 22:39 Uhr

Ich bin durch jetzt.de auf eine interessante Seite gestoßen: Border Film Project. Drei Amerikaner haben 500 Einwegkameras an lateinamerikanische Immigranten auf dem weg über die mexikanische Grenze in die USA verteilt. Die sollten (und haben) Fotos, im Endeffekt eine Fotostory über die meines Erachtens immer qualvolle Zurücklegung der Strecke machen. 100 weitere Kameras wurden an sog. Minutemen verteilt. Diese sind Gruppierungen von amerikanischen Zivilisten, die selber dafür sorgen wollen, die Grenzen “sauber” zu halten, auf gut deutsch: illegalen Immigranten den Weg zurück weisen.

Der Artikel bei jetzt.de beinhaltet weitere Details, die Border Film Project Seite sowieso. Viele Fotos, sowohl von der einen wie auch der anderen Partei, sind ins Netz gestellt.

Meines Erachtens eine interessante, ja sogar recht effektive Möglichkeit, auf die Probleme der illegalen Immigranten und die Probleme der illegalen Einwanderung generell aufmerksam zu machen. Die direkteste und persönlichste auf jeden Fall.