Vampire Cop Ricky
hingekritzelt am Freitag, dem 23. November 2007 um 23:46 Uhr
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Evelyn Hamann, †29.10.2007
Wohl der erste Tot seit Jahren der mich ein wenig berührt.
…zerstört, verbrannt, entweit, entfernt, ausgeräuchert, keine Städte, keine Infrastruktur. Klingt schrecklich? So jedenfalls stellt sich Google Zypern vor:

© Google / Screenshot: Flasunco.de
Es ist schon komisch. Ich mag die NZZ. Ich denke sie verdient ihr Renommée, ich denke sie ist wohl mit die neutralste Zeitung und Nachrichtenquelle die man im deutschsprachigen Raum finden kann. Und es macht wie immer bei nicht-deutschen Zeitungen Spaß und Lust, die prekären Lagen in Deutschland mit anderen Augen zu sehen.
Aber, es wäre naiv zu glauben, es sei in der Schweiz, bei der NZZ, anders als irgenwo sonst. Es sind solche Funde die mir immer wieder ins Gehirn fretzen, ins Gedächtnis rufen und in die Ohren schreien, dass eine Nachrichtenquelle, renommiert oder nicht, beliebt oder nicht, deutsch oder nicht, ein solcher Teil der vierten Gewalt wird nie gänzlich neutral sein. Es ist immer ein kleiner Anteil an sogenannter ‘Information’ vorhanden, der vielmehr ‘Direktion’ ist.
In dem Artikel taucht der Name “Natalie Rickli” vier mal auf. Das ist okay für einen Artikel, der weibliche Politik beschreibt. Doch wenn bei solch einem Artikel direkt rechts nebendran eine Anzeige für besagte Frau Rickli für die Wahl in den schweizer Nationalrat auftaucht, ja nun, ich finde das, nett ausgedrückt, komisch. Ja, die Werbung ist gänzlich klar als “Anzeige” deklariert, keine Frage. Und ja, ich fand weder im deutschen noch im schweizer Pressekodex des jeweiligen Presserats ein Reglement, dass in diesem Falle über die klare Trennung hinausgeht. Und nein, ich behaupte bei weitem nicht, dass der Artikel gefärbt ist, dass ‘NZZ Online’ einseitig berichten würde, im Gegenteil. Nein, es ist vielmehr die reine Wirkung der Verbundenheit, die Niederschmetterung der wie oben beschrieben naiven Erwartung. Es schreckt ab, mich zumindest. Niemals wird ein einziges Blatt neutral sein. Nirgenwo wie überall. Zu theatralisch, zu pathetisch? Vielleicht. Aber wahr.
Okay, ab sofort dürft ich mich Weib taufen.

Die Spinnen-Angst, die wohl letzte Bastion der Anti-Emanzipation der Frauen, ist in desen Minuten auf mich übergegangen. So ne fette Uschi! Und ja, I fuckin’ shit my pants!
Zuerst hab ich natürlich geschmunzelt, dann mich gewundert, und nun mich wieder eingekriegt. In beliebiger Reihenfolge. Dachte ich doch, flickr sei gekapert worden:

Aber natürlich ist es wie immer etwas ordinäres: Heute ist der International Talk Like A Pirate-Day. Yay! Und ayy!
So, das war’s dann auch schon, schönen Tach noch, schüss!
Was nach Shakespeare klingen möchte ist vielmehr ein Hilferuf. Es ist eine Verzweiflungstat, ein nach Luft ringendes Etwas, ein Augenzwinkern mit der Hoffnung nach einem glanzvollen Stern der Erlösung, ein Zaunpfahlwink, geradezu ein wollknäuel großes Wollknäuel.
Ich sah gerade Spiderman den Dritten. So. Dazu gibts nicht so viel zu sagen, er entspricht insofern jeglicher Physik als dass er, als Bestandteil einer legendären Trilogie, die Newton’sche Standard-Fallkurve perfekt entlangrutscht, nämlich nach unten, ganz im Sinne von “Wenn man denkt es geht nicht mehr, weht irgendwo ‘ne US-Flagge in der Abendsonne” … oder so. Aber das ist egal, der Film ist einfach egal, und es ist egal ob er gut oder schlecht, mittelmäßig oder Durchschnitt ist. Und es wär mir noch egaler, hätte Sony Pictures, wie es meines Erachtens letztens dann doch wohl üblich ist, irgendeinen US-Serienstar in die Hauptrollen-Wurst gepresst um ihn profilaktisch zu profilieren. Aber nein, es muss ja Tobey Vincent Maguire sein. Und das ist das Schlimme daran. Ich sah Maguire das erste Mal in the The Cider House Rules (”Gottes Werk und Teufels Beitrag”), dann in Fear And Loathing In Las Vegas. Kein schlechter Schnitt also; der Junge gefiel mir.
In diesem Naturgewalten-Film aber, wo Spinnen Sand und Elektrizät Lakritze bekämpfen, nein, mir kam es nicht mal so vor als sei Maguire unterfordert gewesen. Ich habe echt Angst, dass er wirklich so schlecht gespielt hat. So richtig Keanu Reeves-Style, mit exakt 0,9 Gesichtsausdrücken, und noch weniger Körperbewegungsfreiheiten (könnte auch dieser SM-Anzug sein, in dem der arme Junge da ständig rumschwitzen muss). Es kommt mir auch so vor als käme er vor lauter Spinnen-Manie auch zu nix anderem mehr; zwischen dem ersten Teil und dem mittleren kam Seabisquit, den ich zugegebenmaßen nicht gesehen habe. Und vor dem jetzigen Desaster war er bei The Good German dabei. Dabei! Junge, nimm nen guten Rat an von jemandem, der das harte Business kennt wie seine hintere Hosentasche…: bleib bei den historischen Filmen. Klar, auf ein Genre will man sich nie beschränken. Aber das rechtfertigt nicht dieses elendige Elend, das du mit diesem Scheißdreck von Spinnenkacke aus dir machst. Und mir! vor die Füße wirfst.
Diesen, kommenden Sonnabend findet in Berlin die Anti-Vorratsdatenspeicherungs-Demo (tollet Wort, wa?) statt.
Link: sevenload.com
Zeit, sich einzumischen!
Ihr wollt wissen warum Barack Obama nicht nächster US-Präsident werden kann, der Unerfahrenheit wegen (abgesehen davon dass Amerika zunächst noch nicht bereit war für einen schwarzen Präsidenten, und nun Obama nicht schwarz genug ist)? Ihr wollt wissen, was da im Nahen Osten eigentlich abgeht? Wie man es richtig macht? Ihr wollt ‘The Big Picture’? Dann los damit, kurz und knapp, aber quasi per Rolle rückwärts, quasi das Pferd von hinten aufzäumend*:
Es besteht ein feines, kleines Gleichgewicht im Nahen Osten, für das sich die USA légère zurücklehnen und stolz auf die Schulter klopfen können.
Zum Beispiel bedeutet ein geschwächter Irak ein gestärkter Iran. Und da der Iran schiitisch ist, gefällt unserer sunnitischen Freunden in Saudi Arabien gar nicht mal so sehr. Was aber kein Problem für erfahrene Leute ist:
28.07.2007
US SELLS WEAPONS TO SAUDI ARABIA FOR $20 BILLION
Sodele, fertig, Gleichgewicht wiederhergestellt. Man braucht sich auch keine Sorgen deswegen machen, denn man muss bedenken das immerhin ganze 20% der 9/11-Entführer nicht aus Saudi Arabien kamen.
Natürlich könnte dieser feine Zug unsere israelischen Freunde, ein klein wenig weiter westlich, beunruhigen. Sie könnten nervös werden, denn Saudi Arabien hat den Ruf, irgendwie mit der Hamas befreundet zu sein. Aber auch das ist kein Hindernis für ein gut geplantes Gleichgewicht:
17.08.2007
ISRAEL TO GET $30 BILLION IN MILITARY AID FROM U.S.
“… an increase of about 25 percent from current figures …”
Oh, ihr Milliarden an Dollar, gibt es keine Auseinandersetzung die ihr nicht lösen könnt? Man fragt sich, wie wurden wir (U.S.) so erfahren mit diesen Auseinandersetzungen und deren Lösungen?
Nun, die Rettung des Orients geht nun eine ganze Weile schon von statten. Damals, 1990, in ein ölgefülltes aber kleines, liebes Land namens Kuwait wurde einmarschiert, von dem nicht ganz so lieben Irak. Natürlich hielt man (U.S.) sich zurück und marschierte im Gegenzug nicht in den Irak ein. Wie sagte der damalige US-Verteidigungsminister** so schön und stark? Es würde ein Sumpf voller politischer Dilemmata werden, aus dem man schwer wieder rauskäme. Damals … er war so … schlau.
Damals musste man (U.S.) Saddam Hussein schwächen, der relativ mächtig geworden war nachdem er nicht kleine Anzahl an Waffen kaufte, von … oh Mist. Ups! Na gut, man (U.S.) musste ihm die Waffen verkaufen, denn er stand im Krieg gegen den Iran. Aber dann wurde Hussein so mächtig, dass man sich Sorgen machen musste er würde unsere Freunde in Saudi Arabien besuchen. Was der Grund war warum man (U.S.) dorthin Truppen versetzte. Das wiederum störte einen anderen jungen, sympathischen Mann***, der genauso mächtig geworden war in- und nachdem er die Russen in Afghanistan bekämpfte; nachdem er eine großzügige Waffenladung bekam. Von wem? … Also bitte?
Ihr seht, deshalb kann Barack Obama nicht Präsident werden. Er ist einfach zu unerfahren was Außenpolitik und Diplomatie, Friedensverständnis und ein feines Händchen angeht.
* teilweise basierend auf einer Einlage in der Daily Show mit Jon Stewart, teilweise nicht
** © DOD/USN/Hanalei Shimana via pingnews @ flickr
*** © Jamespon @ flickr
Jetzt wo Nun dass Endlich Leider … nein, mir fällt kein passender Anfang ein. Alberto Gonzales ist raus aus dem Spiel. Vorerst. Die Spaßkanone, die locker gegen ein 4 Monate altes Baby mit Alzheimer-Anzeichen und verbundenen Augen eine Partie Memory verlieren würde, gab heute leider endlich ihren Rücktritt als US-Justizminister bekannt. Endlich, weil’s natürlich gerechtfertigt ist. Leider, weil … wo bleibt nun der Restspaß? Und auf diese Frage möchte ich nun ein wenig eingehen. Denn wer denkt, nur weil Uns-Alberto aus Spiel ist, sei das Spiel nun zu Ende, der hat die letzten 7 Jahre geschlafen. Und eigentlich auch den Rest seines Lebens.
Also, der Hofnarr ist tot, es lebe der potentielle Hofnarr. Oder König, wer weiß das schon heutzutage? Ich habe heute gelesen, Michael Chertoff (z.Z. Leiter des Heimatschutzministeriums) ist als Nachfolger in spé im Gespräch. Ein Mann, der seine Loyalität noch radikaler ausdrücken kann als andere, und der ebenso loyal zu seiner Radikalität steht.
Viel lustiger fänd ich’s aber wenn Bush noch auf seine letzten Tage seine alte Freundin Katherine Harris mit ins große Boot holen würde. Die zwei hatten doch schon immer viel Spaß miteinander, und dem zuzusehen war auch schon immer nett (sie war die Frau die ihn via Florida damals ins Weiße Hauß brachte).
Oder natürlich Karl Rove kommt nochmal aus der Versenkung hervor. Oder vielleicht General Powell. Oder Mr. Donald ‘The Duck’ Rumsfeld. Oder John Snow. Oder John Ashcroft. Oder Tommy Thompson (kann sein Präsidenten-Rennen doch eh schon abschreiben). Oder Tom Ridge. Oder Andrew Card. Oder John Negroponte. Denn, let’s face it, Georgy hat nicht mehr so viele Freunde (ganz plötzlich), und noch geringer ist die Zahl seiner Kumpanen, die noch nicht unter ihm gedient haben.