Last.deal


Die Tatsache, dass Last.fm von CBS aufgekauft wurde, stört mich erstaunlicherweise überhaupt nicht. Zumindest nicht so sehr wie bei anderen specialized-Social-Network-Übernahmen in letzter Zeit (wie z.B. den Verkauf von Photobucket an MySpace, ergo Murdoch).

Denn, CBS ist zwar ein Medienunternehmen, aber keines dass jetzt die Unbdedingtheit der Nutzerdaten (> 15 Mio Benutzer weltweit) sucht und versuchen wird ein Imperium ausbauen will, wie, sagen wir mal, Google und News Corp. es tun würden (obgleich CBS natürlich zu Viacom, dem Konglomerat, gehört).

Wie Richard Jones, einer der Köpfe von Last.fm, in der Bekanntmachung schreibt:

CBS are one of the few companies who needed no explanation of what we are doing, and we were impressed at how progressive their plans are. […] CBS understands the Last.fm vision, the importance we place on putting the listener in charge, the vibrant and vocal community, the obsession with music stats, and our determination to offer every song ever recorded.

Nein, ich denke eher beide Parteien werden immens von dem Deal profitieren. CBS/Viacom natürlich wegen dem Bekanntheitsgrad, was den beiden Steckenpferden TV und Radio ein wenig Schwung bei der jüngeren Zielgruppe verschaffen könnte (und vielleicht sogar das letztes Jahr neu gegründete Label ’CBS Records’). Und Last.fm bekommt durch den Deal einen immens hohen finanziellen Rückhalt, der die Firma und die Plattform sehr ausbaufähig machen wird (und z.B. Verträge mit Plattenfirmen erleichtern wird).

Das einzige was mich ehrlich gesagt stört ist der Preis. 280.000.000 Dollar sind m.E. viel zu wenig. Man sollte nicht nur die momentan starke Stellung Last.fm’s beachten, sondern vielmehr die potentielle in der näheren Zukunft (5-10 Jahre). Ich glaube ernsthaft, dass Last.fm immer mehr unsere Wahrnehmung vom Musikgeschäft und unsere Rezeption von Musik ändern könnte. Während es die Musik an sich schon immer geschafft hat, Leute zusammenzubringen, also die Fans, hat es Last.fm zumindest ansatzweise geschafft diese verschiedenen Gruppen zusammenzubringen, zu vermischen, evtl. sogar zu optimieren.

Ich finde wirklich das war ein feiner und schlauer Schachzug von allen Beteiligten, und für einen begeisterten Last.fm-Anhänger wie mich, der schon so viel von Last.fm profitiert hat, kann das alles nur gut sein. Sehr gut.

P.S. ich sehe gerade, dass CBS wohl auch in Joost investiert hat. Wirklich schlaue Kinnings, diese CBS’lers, zukunftsträchtig.

[via BasicThinking heute morgen, und via nicorola heute abend, und via viele andere zu anderen Zeiten]







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